Druckansicht - Donnerstag 23. Februar 2012
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Jedes Jahr wird am 1. September von den christlichen Kirchen der Schöpfungstag begangen, um damit die Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer und die Verantwortung für die gesamte Schöpfung zum Ausdruck zu bringen. Zugleich eröffnet der Schöpfungstag die bis zum 4. Oktober, dem Fest des Hl. Franziskus, dauernde Schöpfungszeit.

SCHÖPFUNGSTAG - SCHÖPFUNGSZEIT


Geschichte des Schöpfungstages

Im September 1989 sprach Patriarch Dimitrios I. von Konstantinopel eine Einladung an die gesamte Christenheit aus, den 1. September als "Tag der Schöpfung" zu feiern; eine Einladung, die 1992 von allen Vorstehern der orthodoxen Kirchen feierlich angenommen wurde. Im selben Jahr fand der Schöpfungstag anlässlich der 10. Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Prag seinen liturgischen Auftakt. 1997 verabschiedete die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV II) in Graz eine Resolution, in der sie den Kirchen empfahl, „die Bewahrung der Schöpfung als Bestandteil des kirchlichen Lebens auf allen seinen Stufen zu betrachten und zu fördern. Das könnte durch einen gemeinsamen Tag der Schöpfung geschehen, wie er vom Ökumenischen Patriarchat gefeiert wird".

Was spricht für einen „Tag der Schöpfung"?


1.)
    Der allgemeine Zustand der Schöpfung

Dieser ist für alle, die offene Augen, Ohren und Herzen haben, zumindest bedenklich, wenn nicht gar bedrohlich. Da die Kirche immer wieder ihre Anwaltschaft für die Menschen betont, muss sie auch hier reagieren und agieren.


2.)
 Theologische Überlegungen

Unsere Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung speist sich aus verschiedenen Quellen - die Hauptquelle ist und sollte sein Liebe zu Gott und Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens in all seinen Formen. Es ist kein Zufall, dass gerade die orthodoxen Kirchen mit ihrem intensiven Bezug zum Heiligen Geist ein „Gespür" für die Schöpfung entwickelt haben. Damit im Zusammenhang stehen die Haltungen von Solidarität, Verantwortung, Gerechtigkeit, Askese und Umkehr.

Auch vom Gedanken des Sabbats her lassen sich viele Anknüpfungspunkte finden. Es ist (besonders für vielfach überlastete Pfarrer) wichtig, den Tag der Schöpfung nicht als zusätzliche Arbeit, sondern bewusst als Tag der Muße und Ruhe zu begehen - eine sogenannte „schöpferische Pause" zu machen.

In Anlehnung an das „Confiteor"  empfiehlt sich, am 1. September - oder in der Schöpfungszeit - einfach einmal bewusst und entschieden „Böses zu unterlassen". Zum Beispiel: nicht Energie zu verschwenden, die Luft nicht mit dem Auto zu verpesten, die eigenen Ressourcen nicht zu missachten, kein Fleisch aus Massentierhaltung zu essen...


3.)
    Spirituelle und pastorale Dringlichkeit

Das Geheimnis der heilsamen Präsenz Gottes in der Schöpfung kann letztlich nicht begriffen werden - es will erlebt, gespürt und gefeiert sein! Erst die persönliche Erfahrung des lebensbejahenden und lebensschaffenden Geistes Gottes kann in uns eine tiefe Ehrfurcht vor allem, was ist, wecken. Orte und Möglichkeiten für diese Erfahrung zu schaffen, ist eine fundamentale spirituelle Aufgabe der gesamten Christenheit heute.


4.)
  Wahrnehmen einer ökumenischen Chance

Alle Christinnen und Christen, gleich welcher Konfession oder Kultur, tragen für die Schöpfung Verantwortung. Ökumenisch engagierte Menschen haben zu Recht „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" als zusammenhängende und überlebens-notwendige Arbeitsfelder erkannt. Nachdem in Graz 1997 mit großem Aufwand die EÖV II begangen wurde, wäre es nahezu paradox, vielleicht sogar fahrlässig, die „ausgestreckte Hand" der orthodoxen Brüder und Schwestern nicht zu ergreifen.


5.)
     Lässt sich der „Tag der Schöpfung" in das katholische Kirchenjahr einfügen?

Die Antwort ist „Ja"! Wenn der 1. September auch nicht - wie in der orthodoxen Kirche - der Auftakt des Kirchenjahres ist, so beginnt doch zu dieser Zeit das Arbeitsjahr nach der langen Sommerpause. Zudem bietet sich mit dem in den Herbst fallenden Erntedankfest und mit dem Gedenktag des Hl. Franziskus (Patron der Umweltschützer/innen!) am 4. Oktober eine inhaltlich stimmige Zeit an, weswegen auch immer wieder darauf hingewiesen wird, eine sogenannte „Schöpfungszeit" vom 1. September bis  4. Oktober (oder Erntedank) in Betracht zu ziehen.

Anregungen für die Gestaltung dieser Zeit sind in großer Zahl vorhanden, bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf!


Quelle:

www.ecen.org

ARGE Schöpfungsverantwortung, Dossier zum Schöpfungstag des

Europäischen Christlichen Umweltnetzwerkes (ECEN),

Wien 2000

Die Schöpfung feiern. Ein Behelf für Gottesdienste und Feiern in Gruppen und Pfarren, Graz 2005. Hg.: Konferenz der Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirchen Österreichs


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© 2007 Konferenz der Umweltbeauftragten der Katholischen Kirche Österreichs
© 2007 Konferenz der Umweltbeauftragten der Katholischen Kirche Österreichs