Im Jahr 1989 fand in Basel die Erste Europäische Ökumenische Versammlung unter dem Thema „Frieden in Gerechtigkeit“ statt. Im Vordergrund stand die Verpflichtung der Kirchen für die Bereiche Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung mitsamt ihrer politischen Verantwortung. Die 10. Generalsynode der Evangelischen Kirche A. u. H.B. in Österreich rezipierte im Mai 1990 das Schlussdokument der Europäischen Ökumenischen Versammlung dahingehend, dass die Aussagen des Dokumentes als Zielvorstellungen angesehen werden, die unsere Kirche verpflichten und bei allen Aktivitäten, Beschlüssen und Stellungnahmen der Evangelischen Kirchen in Österreich berücksichtigt werden. Somit befasste sich die Evangelische Kirche insbesondere ab den 1990ern intensiv mit Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes. Themen wie Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung gewannen an Bedeutung und wurden in vielen Synoden verhandelt. In mehreren Diözesen wurden in dieser Zeit erstmals kirchliche Umweltbeauftragte bestellt.
1995:
Univ. Prof. Dr. Johann Georg Haditsch wird vom Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche A.B. zum ersten offiziellen Umweltbeauftragten in Österreich ernannt.
1996:
Die ARGE Schöpfungsverantwortung wird als österreichischer ökumenischer Verein ins Vereinsregister eingetragen. Sie engagiert sich bereits seit 1989 für Umweltschutz, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit und bildet die Basis für eine enge Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Umweltbeauftragten.
1997:
Prof. Haditsch wirkt an der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Graz mit. Auf seine Initiative hin wird die Gründung eines gesamteuropäischen Netzwerks kirchlicher Umweltverantwortlicher vorbereitet.
1998:
Die Gründung des European Christian Environmental Network (ECEN) erfolgt in Umsetzung der Empfehlungen der Versammlung in Graz. Das Netzwerk stärkt die europäische Zusammenarbeit im Bereich kirchlicher Umweltarbeit. www.ecen.org
2000:
Die erste Konferenz der Umweltbeauftragten findet statt. Sie dient der Vernetzung und der Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses kirchlicher Umweltverantwortung.
2007:
Veröffentlichung der Richtlinien der Umweltbeauftragten, die konkrete Handlungsfelder und Ziele für eine nachhaltige kirchliche Praxis festlegen.
2015:
Die evangelischen Umweltbeauftragten stellen im Rahmen des Jahres der Bildung 2015 einen Ordner mit Artikeln über Klimathemen zusammen. Projekte, Ideen und Anregungen zur Umsetzung werden darin vorgestellt. Der Ordner wird an alle Pfarrgemeinden verschickt.
2019:
Die Wahl von Pfarrer Mag. Michael Chalupka zum Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich bringt Schwung in die Klimaschutzbemühungen unserer Kirche und ebnet den Weg zum Klimaschutzkonzept.

Die evangelischen Umweltbeauftragten geben das Praxisheft Chanc/ge heraus. Es enthält zahlreiche praktische Tipps und Hinweise sowie biblische Impulstexte für die Pfarrgemeinden unserer Kirche und alle Interessierten.
2022:
Das Kirchenjahr 2022 wird zum Jahr der Schöpfung. Das Jahr soll, so Bischof Michael Chalupka, „hineinstrahlen in alle Einrichtungen der Evangelischen Kirche und in die Gesellschaft und dort den Bewusstseinswandel der Menschen bestärken und beschleunigen.“
Im Dezember 2022 wurde von der Generalsynode der Evangelischen Kirche A. u. H.B. das theologische Papier Schöpfungsglaube in der Klimakrise beschlossen.
2023:
Das Klimaschutzkonzept der Evangelische Kirche A. u. H.B. in Österreich wird von der Generalsynode beschlossen. Es definiert einerseits die Reduktionsziele der Kirche, andererseits wird darin aufgezeigt, wie die zur Erreichung der Klimaneutralität notwendigen Schritte auch tatsächlich umgesetzt werden können.
Eine umrisshafte Darstellung der Geschichte des Klima- und Umweltschutzes in der Evangelischen Kirche finden Sie auch in unserem Klimaschutzkonzept: https://evang.at/projekte/umweltundklimaschutz/#Klimaschutzkonzept.